Unser Löschzug

Alarmierung der Feuerwehr

Viele Mitbürger fragen sich mit Sicherheit, wie und wann denn die Feuerwehr alarmiert wird und warum in manchen Fällen die Sirene läuft oder auch nicht.

Die Art und Weise der Alarmierung richtet sich primär nach bestimmten Einsatzstichworten, die in der so genannten „Alarm- und Ausrückeordnung“ der Stadt Pulheim verzeichnet sind. Hier werden explizit die zu alarmierenden Einheiten, Fahrzeuge und zu informierende Personen aufgeführt.

Der Löschzug Stommeln besteht aus freiwilligen, d.h. ausgebildeten, ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. Sie gehen neben ihrem Hauptberuf einem Hobby nach, welches einen Zeitaufwand von 20 Stunden und mehr im Monat erfordert. Je nach Funktion im Löschzug wird das jedoch auch übertroffen. Rund um die Uhr, d.h. auch auf der Arbeitsstelle, werden die Helfer der zuständigen Feuerwehr bei einem abgesetzten Notruf, der von der Kreisleitstelle Rhein-Erft in Kerpen entgegengenommen wird, alarmiert. Dies geschieht immer über Meldeempfänger, jene etwa handygrossen Piepser, die Feuerwehrleute ständig mit sich führen. Diese werden über digitale Funkwellen ausgelöst und machen sich dann mit lautstarkem Ton und Vibration bemerkbar.


Für die digitale Alarmierung wird ein anderes Frequenzband genutzt. Dies entlastet den üblichen Sprechfunk. Ein digitaler Alarmgeber sendet über digitale Alarmumsetzer den Alarm aus. Dieser wird von digitalen Meldeempfängern empfangen und ausgewertet. Das Empfangsgerät gibt nun den Einsatzort, Einsatzart und weitere empfangene Informationen als Textmitteilung aus.

Auch im Zeitalter moderner Alarmierungstechnik mit immer kleiner werdenden und individuell programmierbaren Funkmeldeempfängern hat die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren über Sirene immer noch eine sehr große Bedeutung. Während es in größeren Städten undenkbar wäre, die Feuerwehr bei oft mehreren Einsätzen pro Woche über Sirene zu alarmieren, ist dies besonders für kleinere Feuerwehren mit oft wenigen Einsätzen im Jahr meist die einzige Möglichkeit, überhaupt alarmiert werden zu können. Sie verfügen in der Regel über über keine oder nur wenige Meldeempfänger. Aber auch größere Wehren, die aufgrund der Einsatzhäufigkeit im Normalfall nur "still" über Meldeempfänger alarmiert werden, halten zusätzlich an der Möglichkeit der Sirenenalarmierung fest, um im Bedarfsfall bei größeren Schadenslagen möglichst viele Einsatzkräfte erreichen zu können.

 

Unter dem pilzförmigen Sirenen-Schutzdach befindet sich ein 5kW-Drehstrommotor, der ein mit Polyamid beschichtetes Laufrad antreibt. Der im Innern der Sirene entstehende Luftstrom erzeugt so einen lautstarken Ton der Frequenz 420 Hz. Durch den Schalldruck von 129 dB beträgt die Hörweite im Freien ca. 6 km, gegen den Wind ca. 3 km. Montiert sind die Sirenen überwiegend auf Hausdächern. Da es besonders bei Sirenenumbauten bzw. Neuerrichtungen schwierig ist, geeignete Objekte zu finden, werden die Sirenen auch auf Masten montiert.

Zum überwiegenden Teil handelt es sich bei den Sirenen um ehemalige Zivilschutzsirenen des Bundes. Sie wurden in den 50er Jahren aufgebaut, um die Bevölkerung in Katastrophen- und Krisensituationen bzw. im Verteidigungsfall zu warnen. Die Ansteuerung hierzu erfolgte drahtgebunden über Postleitungen durch das "Warnamt", das den Regierungen unterstellt war. Darüber hinaus dienten die Sirenen aber auch zur Alarmierung der freiwilligen Feuerwehren. Aufgrund zunehmender politischer Entspannung in den 80er Jahren sah der Bund als Eigentümer der Zivilschutzsirenen keine Notwendigkeit mehr, diese weiter zu betreiben und plante 1989 einen Abbau der Sirenen. Da jedoch vielerorts die Feuerwehr-Alarmierung darüber sichergestellt ist, wurden den Gemeinden die Sirenen unentgeltlich zur Übernahme angeboten. Auf diese Weise wurden notwendige Sirenen erhalten, nicht notwendige (z.B. in Orten ohne eigene Feuerwehr) wurden abgebaut. Bei den sich heute in Betrieb befindlichen Sirenen handelt sich aber keineswegs nur um Zivilschutzsirenen des Bundes. Mancherorts wurden sogar neue Sirenen aufgebaut, um die Alarmierungssicherheit der Feuerwehr z.B. in stark angewachsenen Ortsteilen sicherzustellen. Auch beim Umsetzen von Sirenenstandorten (z.B. wegen Hausabriss) werden oft komplett neue Sirenenanlagen installiert.

 

Bei der Stadt Pulheim wird tagsüber Sirenenalarm ausgelöst, wenn Menschenleben akut in Gefahr ist. Es wird versucht möglichst viele Feuerwehrkameraden zu erreichen, die sich innerhalb der Ortschaft befinden/arbeiten. Zusätzlich wird die Bevölkerung aufmerksam, dass ein eiliger Feuerwehreinsatz folgen wird und die freiwilligen Helfer zunächst zu ihrem Gerätehaus eilen, um von dort auszurücken.

Abends und nachts erfolgt in der Regel eine „stille Alarmierung“ über die digitalen Funkmeldeempfänger.

 

Wir bedanken uns bei allen ortsansässigen Arbeitgebern im Stadtgebiet, dass sie ihre feuerwehrangehörigen Mitarbeiter unterstützen und für einen Feuerwehreinsatz jederzeit freistellen.

 

Autor: Jan Löhr

First-Responder

Was passiert, wenn alle Rettungsdienstfahrzeuge der Stadt Pulheim im Einsatz gebunden sind und  weitere Patienten dringende Hilfe benötigen?

Es wird ein anderes freies Rettungsmittel aus einer Nachbarstadt alarmiert, dessen Anfahrtszeit jedoch erheblich höher liegt.

Der Löschzug Stommeln hat sich seit längerem bereiterklärt sein Tätigkeitsfeld zu erweitern und neben der Brandbekämpfung und techn. Hilfeleistung  für seine Mitbürger im Einsatzgebiet,  ein so genanntes „First-Responder-System“ einzuführen, so wie es schon bei vielen Berufsfeuerwehren praktiziert wird. Der First Responder (zu deutsch: Erst - Eintreffender) soll die Zeit zwischen dem Eintritt eines lebensbedrohenden Zustandes bis zur Versorgung durch Rettungspersonal, das so genannte "therapiefreie Intervall" verkürzen.

Konkret heisst dies, dass speziell ausgebildete Kräfte der Feuerwehr für den Rettungsdienst bei bestimmten Notfällen vorausfahren und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes bereits entsprechende lebenserhaltende Basismaßnahmen durchführen, wie z.B. Herz - Lungen - Wiederbelebung, Sauerstoffgabe, Frühdefibrillation, Lagerung des Patienten usw...

 


 

Um das therapiefreie Intervall für die Patienten so kurz wie möglich zu halten, setzt der Löschzug Stommeln ein Feuerwehrfahrzeug mit medizinischer Ausrüstung ein. Die Ausrüstung besteht aus einem Notfallrucksack, einer Beatmungstasche und einem Lifepak 500, ein automatisch externer Defibrillator, der damals von der Victoria-Versicherung gesponsort wurde. 

Dieser Notfalldefibrillator ermöglicht dem First Responder eine frühstmögliche Defibrillation durchzuführen, um somit ein Herzkammerflimmern effektiv zu behandeln.

 

Der Löschzug hat sich dieser Herausforderung angenommen und ist bestrebt viele seiner aktiven Mitglieder qualifiziert auszubilden. Auch in diesem Jahr konnten 6 First Responder die theoretische und praktische Prüfung erfolgreich absolvieren.

 

Wundern Sie sich daher nicht, wenn bei einem medizinischen Notfall zuerst die Feuerwehr eintrifft und der Rettungsdienst folgt. Wir haben alle das gleiche Ziel => LEBEN RETTEN

 

 

Autor: Jan Löhr